Die n-Deklination ist eine Gruppe von Nomen, die in allen Kasus außer im Nominativ Singular die Endung -n oder -en bekommen. Es handelt sich fast immer um maskuline Nomen, oft für Personen oder Tiere, zum Beispiel “der Junge“, “der Student” oder “der Löwe“. Du sagst also nicht “Ich sehe den Student“, sondern “Ich sehe den Studenten“.
In diesem Ratgeber lernst du, welche Nomengruppen betroffen sind, wie die Endungen funktionieren und welche Fehler du leicht vermeiden kannst. Mit Tabellen, Beispielsätzen und Eselsbrücken.
- Die n-Deklination betrifft fast nur maskuline Nomen, meist Personen und Tiere.
- In allen Kasus außer dem Nominativ Singular kommt -n oder -en dazu.
- Nomen auf -e bekommen -n, Nomen auf Konsonant bekommen -en.
- Typische Gruppen: der Junge, der Student, der Polizist, der Mensch, der Nachbar.
- Sonderfälle wie der Name und das Herz haben im Genitiv zusätzlich ein -s.

Was ist die n-Deklination?
Die meisten Nomen ändern ihre Form nur im Genitiv (“des Hauses“) oder im Dativ Plural (“den Kindern“). Die n-Deklination funktioniert anders: Hier bekommt das Nomen in jedem Kasus außer dem Nominativ Singular die Endung -n oder -en.
Schau dir den Unterschied an:
- Normales Nomen: der Mann, den Mann, dem Mann, des Mannes
- n-Deklination: der Junge, den Jungen, dem Jungen, des Jungen
Das Wort “Junge” bekommt also vier Mal ein -n, nur im Nominativ Singular nicht. Genau das macht die n-Deklination aus.
Welche Nomen gehören dazu?
Fast alle Nomen der n-Deklination sind maskulin (der). Es gibt klare Gruppen, an denen du sie erkennst.
1. Männliche Personen und Tiere auf -e
Viele maskuline Nomen, die auf -e enden und Lebewesen bezeichnen:
- der Junge, der Kunde, der Kollege, der Neffe, der Zeuge
- der Löwe, der Affe, der Hase, der Rabe
2. Nationalitäten und Herkunft auf -e
- der Franzose, der Grieche, der Pole, der Türke, der Schwede
3. Fremdwörter mit Betonung auf der letzten Silbe
Oft für Personen, mit den Endungen -ent, -ant, -ist, -at, -oge, -graf:
- der Student, der Präsident, der Praktikant, der Polizist
- der Soldat, der Demokrat, der Kandidat
- der Biologe, der Psychologe, der Fotograf
4. Einige feste Einzelfälle
Diese musst du dir merken, weil sie kein klares Muster haben:
- der Mensch, der Nachbar, der Herr, der Bauer, der Held
Tipp: Im B1-Niveau tauchen diese Wörter ständig auf. Wenn du sie systematisch üben willst, hilft dir unser B1-Kurs.

Die Endungen: -n oder -en?
Es gibt eine einfache Regel für die Wahl zwischen -n und -en.
| Endung des Nomens | Du hängst an | Beispiel |
|---|---|---|
| endet auf -e | nur -n | der Junge → den Jungen |
| endet auf Konsonant | -en | der Student → den Studenten |
Merksatz: Endet das Nomen schon auf -e, brauchst du nur noch ein -n. Endet es auf einen Konsonanten, kommt -en dazu.
Tabelle: n-Deklination im Überblick
So sieht die volle Deklination aus. Achte darauf, dass nur der Nominativ Singular ohne -n bleibt.
| Kasus | der Junge | der Student | der Mensch |
|---|---|---|---|
| Nominativ Sg. | der Junge | der Student | der Mensch |
| Akkusativ Sg. | den Jungen | den Studenten | den Menschen |
| Dativ Sg. | dem Jungen | dem Studenten | dem Menschen |
| Genitiv Sg. | des Jungen | des Studenten | des Menschen |
| Plural (alle Kasus) | die Jungen | die Studenten | die Menschen |
Beispielsätze:
- Nominativ: Der Student lernt jeden Tag.
- Akkusativ: Ich kenne den Studenten gut.
- Dativ: Ich helfe dem Studenten bei der Aufgabe.
- Genitiv: Das ist das Buch des Studenten.
Die Ausnahmen: – name, Herz und Co.
Eine kleine Gruppe folgt der n-Deklination, hat aber im Genitiv ein zusätzliches -s. Diese Wörter nennt man oft “gemischte Deklination“.
| Kasus | der Name | das Herz |
|---|---|---|
| Nominativ | der Name | das Herz |
| Akkusativ | den Namen | das Herz |
| Dativ | dem Namen | dem Herzen |
| Genitiv | des Namens | des Herzens |
Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel: der Name, der Gedanke, der Glaube, der Wille, der Buchstabe, der Friede und das sächliche das Herz. Beispiel: Wegen seines guten Willens hat er gewonnen.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Diese Fehler passieren Lernenden am häufigsten:
- Das -n im Akkusativ vergessen.
Falsch: Ich sehe den Student.
Richtig: Ich sehe den Studenten. - Das -n fälschlich im Nominativ benutzen.
Falsch: Der Studenten lernt.
Richtig: Der Student lernt. (Nominativ Singular bleibt ohne -n.) - “Herr” im Singular falsch bilden.
Singular: dem Herrn (nur ein -n), Plural: den Herren.
Richtig: Ich schreibe Herrn Müller eine E-Mail. - Normale maskuline Nomen verwechseln. “der Tisch” oder “der Stuhl” gehören nicht dazu, obwohl sie maskulin sind. Die n-Deklination gilt fast nur für Lebewesen und bestimmte Fremdwörter.
Eselsbrücke: Wenn du “den” oder “dem” sagst und das Nomon ein Mann, ein Tier oder ein Beruf auf -e, -ent, -ist, -at ist, dann denk an das -n. Kurz: Lebewesen + maskulin = oft n-Deklination.
Mehr Übungen zu Kasus und Deklination findest du in unserer Kursübersicht.
Dieses Thema gehört zum Stoff auf Niveau B2. Im Online-Deutschkurs B2 übst du es Schritt für Schritt mit Erklärvideos, Arbeitsblättern und freiwilligen Hausaufgaben mit Feedback.
Häufige Fragen
Welche Nomen gehören zur n-Deklination?
Fast nur maskuline Nomen, meist für Personen oder Tiere. Dazu gehören männliche Nomen auf -e (der Junge, der Löwe), Nationalitäten (der Franzose), Fremdwörter auf -ent, -ant, -ist, -at, -oge (der Student, der Polizist, der Biologe) und feste Einzelfälle wie der Mensch, der Nachbar und der Herr.
Wann sagt man -n und wann -en?
Endet das Nomen schon auf -e, hängst du nur ein -n an: der Junge wird zu den Jungen. Endet das Nomen auf einen Konsonanten, kommt -en dazu: der Student wird zu den Studenten.
Bekommt das Nomen im Nominativ auch ein -n?
Nein. Der Nominativ Singular bleibt immer ohne -n. Richtig ist ‘Der Student lernt’, falsch ist ‘Der Studenten lernt’. Das -n kommt erst im Akkusativ, Dativ, Genitiv und im gesamten Plural.
Warum heißt es ‘Herrn Müller’ und nicht ‘Herr Müller’?
Das Wort ‘der Herr’ folgt der n-Deklination. Im Akkusativ und Dativ Singular bekommt es ein -n: ‘Ich schreibe Herrn Müller.’ Im Nominativ bleibt es ‘der Herr’. Im Plural heißt es ‘die Herren’ mit -en.
Gehört ‘der Name’ auch zur n-Deklination?
Ja, aber als Sonderfall. ‘Der Name’ bekommt im Akkusativ und Dativ ein -n (den Namen, dem Namen), im Genitiv aber zusätzlich ein -s: des Namens. Zu dieser gemischten Gruppe gehören auch Gedanke, Wille, Glaube und das Herz.
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