Reflexive Verben sind Verben, bei denen sich die Handlung auf das Subjekt selbst richtet. Du brauchst dafür ein Reflexivpronomen, meist das Wort sich. Beispiel: Ich wasche mich. Hier ist die Person, die wäscht, und die Person, die gewaschen wird, dieselbe. Deshalb heißen sie auch sich-Verben.
In diesem Artikel lernst du, welche Reflexivpronomen es gibt, wann du den Akkusativ und wann den Dativ brauchst, und welche Verben fast immer reflexiv sind. Du bekommst eine klare Liste, viele Beispielsätze und die häufigsten Fehler.
- Reflexive Verben richten die Handlung auf das Subjekt zurück und brauchen immer ein Reflexivpronomen (sich-Verben).
- Die Akkusativformen sind mich, dich, sich, uns, euch, sich. Sie sind der Normalfall.
- Den Dativ (mir, dir) nutzt du nur, wenn ein zweites Objekt im Akkusativ dabei ist: Ich wasche mir die Hände.
- In der 3. Person und bei der Höflichkeitsform Sie heißt das Pronomen immer sich.
- Lern reflexive Verben als Paket mit dem Wort sich und mit der festen Präposition: sich freuen über, sich interessieren für.
Was sind reflexive Verben?
Ein reflexives Verb beschreibt eine Handlung, die zum Subjekt zurückgeht. Das Subjekt tut etwas mit sich selbst. Du erkennst diese Verben an dem kleinen Wort sich, das im Wörterbuch direkt vor dem Verb steht.
- sich freuen (Ich freue mich.)
- sich setzen (Setz dich!)
- sich erinnern (Erinnerst du dich?)
Vergleich mit einem normalen Verb: Bei Ich wasche das Auto ist das Objekt etwas anderes als das Subjekt. Bei Ich wasche mich sind Subjekt und Objekt dieselbe Person. Genau das macht ein Verb reflexiv.
Was ist ein Reflexivpronomen?
Das Reflexivpronomen ist das Wort, das die Handlung auf das Subjekt zurückbiegt. Es ändert sich je nach Person. In der 3. Person (er, sie, es, sie Plural) und in der Höflichkeitsform (Sie) heißt es immer sich. In den anderen Personen sieht es genauso aus wie das Personalpronomen im Objekt.
| Person | Subjekt | Reflexivpronomen | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1. Sg. | ich | mich | Ich wasche mich. |
| 2. Sg. | du | dich | Du wäschst dich. |
| 3. Sg. | er/sie/es | sich | Er wäscht sich. |
| 1. Pl. | wir | uns | Wir waschen uns. |
| 2. Pl. | ihr | euch | Ihr wascht euch. |
| 3. Pl. | sie | sich | Sie waschen sich. |
| Höflich | Sie | sich | Waschen Sie sich. |
Merke: Nur in der 1. und 2. Person Singular und Plural ändert sich das Pronomen. In allen 3.-Person-Formen und bei Sie bleibt es sich.
Reflexivpronomen im Akkusativ
Die meisten reflexiven Verben stehen im Akkusativ. Das ist der Normalfall. Das Reflexivpronomen ist hier das direkte Objekt. Du fragst: Wen oder was?
- Ich freue mich auf das Wochenende. (Wen freue ich? mich)
- Sie setzt sich auf den Stuhl.
- Beeil dich, der Bus kommt gleich!
- Wir treffen uns um acht Uhr.
Die Formen im Akkusativ sind: mich, dich, sich, uns, euch, sich. Diese Liste deckt die große Mehrheit aller sich-Verben ab. Wenn du unsicher bist, ist der Akkusativ meistens die richtige Wahl.
Reflexivpronomen im Dativ
Manchmal steht das Reflexivpronomen im Dativ. Das passiert, wenn das Verb schon ein direktes Akkusativobjekt hat. Dann ist die Person, der etwas zugutekommt, im Dativ. Nur die 1. und 2. Person Singular ändern sich: aus mich wird mir, aus dich wird dir. Alle anderen Formen bleiben gleich.
| Person | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er/sie/es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie/Sie | sich | sich |
Typische Beispiele mit Dativ, weil ein Akkusativobjekt dabei ist:
- Ich wasche mir die Hände. (Akkusativobjekt: die Hände)
- Du putzt dir die Zähne. (Akkusativobjekt: die Zähne)
- Ich merke mir das Wort. (Akkusativobjekt: das Wort)
- Stell dir das mal vor! (Akkusativobjekt: das)
Eselsbrücke: Steht ein zweites Objekt im Satz (oft mit Artikel, zum Beispiel die Hände, die Zähne), dann nutze den Dativ: mir oder dir. Steht kein zweites Objekt da, nutze den Akkusativ: mich oder dich.
Liste wichtiger reflexiver Verben
Diese Verben kommen oft vor. Lern sie am besten direkt mit dem Wort sich und mit der Präposition, falls eine dazugehört.
| Verb | Beispielsatz | Niveau |
|---|---|---|
| sich freuen (über/auf) | Ich freue mich über dein Geschenk. | A2 |
| sich interessieren (für) | Sie interessiert sich für Musik. | A2 |
| sich erinnern (an) | Erinnerst du dich an gestern? | B1 |
| sich beeilen | Wir müssen uns beeilen. | A2 |
| sich treffen (mit) | Ich treffe mich mit Anna. | A2 |
| sich entscheiden (für) | Er entscheidet sich für den Kurs. | B1 |
| sich vorstellen (Akk.) | Ich stelle mich kurz vor. | B1 |
| sich vorstellen (Dat.) | Stell dir das vor! | B1 |
| sich ärgern (über) | Sie ärgert sich über den Stau. | B1 |
| sich gewöhnen (an) | Ich gewöhne mich an das Wetter. | B2 |
| sich konzentrieren (auf) | Konzentrier dich auf die Aufgabe! | B2 |
| sich bewerben (um/bei) | Er bewirbt sich um die Stelle. | B2 |
Du siehst: Viele reflexive Verben haben eine feste Präposition. Lern das Verb immer als Paket: sich freuen über, sich interessieren für. Mehr davon übst du strukturiert im B1-Kurs oder in der Kursübersicht.
Wortstellung: Wo steht das Reflexivpronomen?
Die Position von sich hängt vom Satztyp ab. Hier sind die wichtigsten Regeln mit Beispielen.
Aussagesatz
Das Reflexivpronomen steht direkt nach dem konjugierten Verb.
- Ich freue mich auf den Urlaub.
- Heute treffe ich mich mit Freunden. (Steht etwas anderes auf Position 1, kommt erst das Verb, dann das Subjekt, dann das Pronomen.)
Frage
- Freust du dich?
- Wann triffst du dich mit ihr?
Imperativ (Befehl)
- Beeil dich!
- Setzen Sie sich, bitte.
Nebensatz
Im Nebensatz steht das Verb am Ende. Das Reflexivpronomen kommt direkt nach dem Subjekt.
- Ich weiß, dass er sich für Sport interessiert.
- Sie sagt, dass sie sich auf den Test vorbereitet.
Häufige Fehler bei reflexiven Verben
Diese Fehler machen viele Deutschlernende. Wenn du sie kennst, vermeidest du sie leicht.
| Falsch | Richtig | Grund |
|---|---|---|
| Ich freue. | Ich freue mich. | Das Reflexivpronomen darf nicht fehlen. |
| Ich wasche mich die Hände. | Ich wasche mir die Hände. | Mit Akkusativobjekt (die Hände) braucht man den Dativ. |
| Er freut mich. | Er freut sich. | Das Pronomen muss zum Subjekt passen. |
| Ich interessiere mich auf Musik. | Ich interessiere mich für Musik. | Falsche Präposition. Es heißt sich interessieren für. |
| Beeil du dich! | Beeil dich! | Im Imperativ steht kein Subjekt (außer bei Sie). |
Der häufigste Fehler ist das Vergessen des Pronomens. Sprich dir bei jedem neuen Verb laut den ganzen Satz vor: Ich freue mich, nicht nur freuen. So speichert dein Gehirn das Pronomen gleich mit.
Häufige Fragen
Was sind reflexive Verben im Deutschen?
Reflexive Verben sind Verben, bei denen sich die Handlung auf das Subjekt selbst richtet. Sie brauchen ein Reflexivpronomen wie mich, dich oder sich. Beispiel: Ich wasche mich. Subjekt und Objekt sind dieselbe Person.
Wann benutzt man den Dativ beim Reflexivpronomen?
Den Dativ (mir, dir) benutzt du, wenn das Verb zusätzlich ein Akkusativobjekt hat. Beispiel: Ich wasche mir die Hände. Hier ist die Hände das Akkusativobjekt, deshalb steht das Reflexivpronomen im Dativ. Ohne zweites Objekt nutzt du den Akkusativ: Ich wasche mich.
Wie heißen alle Reflexivpronomen?
Im Akkusativ: mich, dich, sich, uns, euch, sich. Im Dativ: mir, dir, sich, uns, euch, sich. Der einzige Unterschied liegt in der 1. und 2. Person Singular (mich/mir, dich/dir). Alle anderen Formen sind in beiden Fällen gleich.
Wo steht das Reflexivpronomen im Satz?
Im Aussagesatz steht es direkt nach dem konjugierten Verb: Ich freue mich. Im Nebensatz kommt es nach dem Subjekt, das Verb steht am Ende: dass er sich freut. Im Imperativ steht es nach dem Verb: Beeil dich!
Sind sich-Verben und reflexive Verben dasselbe?
Ja. Sich-Verben ist nur ein anderer Name für reflexive Verben. Sie heißen so, weil im Wörterbuch das Wort sich vor dem Verb steht, zum Beispiel sich freuen oder sich erinnern.
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