Empfindungswort: Das Empfindungswort ist ein deutscher Name für die Interjektion. Gemeint sind kurze Ausrufe wie “ach“, “oh“, “au“, “hurra” oder “igitt“, mit denen du ein Gefühl oder eine spontane Reaktion zeigst. Empfindungswörter verändern sich nie und stehen oft allein.
Niveau: A1
Was ist ein Empfindungswort?
Mit einem Empfindungswort zeigst du direkt, was du gerade fühlst oder wie du reagierst. Du nennst das Gefühl nicht, du drückst es aus:
- Schmerz: au, aua, autsch
- Freude: hurra, juhu
- Ekel: igitt, pfui
- Staunen oder Bedauern: oh, ach, oje
- Nachdenken oder Zweifel: hm
Der Fachbegriff für diese Wortart ist Interjektion. Ein weiterer deutscher Name ist Ausrufewort. Den Namen Empfindungswort findest du eher in Schulbüchern und älteren Grammatiken.
So erkennst du ein Empfindungswort
Vier Merkmale helfen dir:
- Es verändert sich nie. Es hat keine Endung, keinen Plural und keine Zeitform.
- Es steht oft allein. Dann ist es ein eigener kleiner Satz: Aua!
- Es bekommt oft ein Ausrufezeichen. Steht es am Satzanfang, folgt meist ein Komma: Oh, wie schön!
- Es gehört nicht zum Satzbau. Lässt du es weg, bleibt der Satz vollständig: (Ach,) das tut mir leid.
Die genaue Bedeutung hängt oft vom Tonfall ab. Oh kann Freude, Staunen oder Enttäuschung zeigen.
Arten von Empfindungswörtern
Du kannst die Wörter dieser Wortart in drei Gruppen teilen:
- Gefühle und Reaktionen: ach, oh, au, hurra, igitt, pfui
- Lautmalerei, also nachgemachte Geräusche: miau, wau, peng, plumps, hatschi
- Aufforderung und Kontakt: pst (sei leise), he, hallo
Streng genommen zeigt nur die erste Gruppe eine Empfindung. In der Grammatik gehören aber alle drei Gruppen zur selben Wortart, der Interjektion.
Empfindungswort oder Gefühlswort?
Viele Wörter haben mit Gefühlen zu tun, sind aber keine Empfindungswörter. Diese Wörter nennen oder beschreiben ein Gefühl und gehören zu anderen Wortarten:
- Adjektive: glücklich, traurig, nervös
- Nomen: die Freude, die Angst, die Wut
- Verben: lieben, hoffen, sich ärgern
Vergleiche: Mit Igitt! zeigst du Ekel direkt. Mit dem Satz Das ist eklig beschreibst du ihn, eklig ist ein Adjektiv. Ein einfacher Test: Kannst du das Wort steigern (glücklicher) oder mit Artikel benutzen (die Angst)? Dann ist es kein Empfindungswort.
Beispiele
| Beispiel | Erklärung |
|---|---|
| Aua! Das tut weh. | aua zeigt Schmerz und steht allein, mit Ausrufezeichen. |
| Hurra, wir haben gewonnen! | hurra zeigt Freude. Am Satzanfang folgt ein Komma. |
| Igitt, die Milch ist sauer. | igitt zeigt Ekel. |
| Pst, das Baby schläft. | pst ist eine Aufforderung: Sei leise. |
| Hm, das weiß ich nicht genau. | hm zeigt Nachdenken oder Zweifel. |
| Peng! Der Ballon ist geplatzt. | peng macht ein Geräusch nach (Lautmalerei). |
Häufige Fragen
Ist Empfindungswort das Gleiche wie Interjektion?
Ja. Empfindungswort, Ausrufewort und Interjektion meinen dieselbe Wortart. Interjektion ist der Fachbegriff, die beiden anderen sind deutsche Namen dafür.
Ist glücklich ein Empfindungswort?
Nein. Das Wort glücklich ist ein Adjektiv. Es beschreibt ein Gefühl und lässt sich steigern (glücklicher). Ein Empfindungswort wie hurra zeigt die Freude direkt und verändert sich nie.
Welches Satzzeichen steht nach einem Empfindungswort?
Steht es allein, folgt meist ein Ausrufezeichen: Aua! Steht es am Anfang eines Satzes, trennst du es meist mit einem Komma ab: Ach, wie schade!
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Verwandte Begriffe
Interjektion, Ausrufewort, Wortarten, Partikel, Adjektiv