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Funktionsverbgefüge

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Funktionsverbgefüge: Ein Funktionsverbgefüge ist eine feste Verbindung aus einem Nomen und einem Verb, bei der das Verb seine eigene Bedeutung fast verliert. Die Hauptbedeutung steckt im Nomen, das Verb trägt nur noch die Funktion, also die grammatische Information wie Zeit und Person.

Niveau: C1

Wie ist ein Funktionsverbgefüge aufgebaut?

Ein Funktionsverbgefüge besteht aus zwei Teilen: einem Funktionsverb und einem Nomen. Das Nomen ist oft von einem Verb abgeleitet (zum Beispiel die Entscheidung von entscheiden).

Typische Funktionsverben sind treffen, stellen, kommen, bringen, geraten, nehmen, setzen. Allein bedeuten sie etwas anderes, im Gefüge tragen sie kaum noch Bedeutung.

  • eine Entscheidung treffen bedeutet entscheiden
  • in Frage stellen bedeutet bezweifeln
  • zur Sprache bringen bedeutet ansprechen

Wann benutzt man Funktionsverbgefüge?

Funktionsverbgefüge findest du oft in geschriebenem und förmlichem Deutsch: in Behördentexten, Verträgen, Nachrichten und wissenschaftlichen Arbeiten. Sie wirken sachlich und distanziert.

Im Alltag reicht meistens das einfache Verb. Statt eine Entscheidung treffen kannst du entscheiden sagen. Für das Verständnis von Zeitungstexten oder Amtsbriefen ist es aber wichtig, dass du diese festen Verbindungen erkennst.

Häufige Fehler

Ein häufiger Fehler ist die falsche Wahl des Verbs. Die Verbindungen sind fest, du kannst die Teile nicht frei tauschen. Es heißt eine Entscheidung treffen, nicht eine Entscheidung machen.

Auch die Präposition liegt fest: in Frage stellen, nicht auf Frage stellen. Lerne diese Gefüge am besten als ganze Einheit, nicht als einzelne Wörter.

Beispiele

Beispiel Erklärung
Der Vorstand hat eine Entscheidung getroffen. Funktionsverb treffen plus Nomen Entscheidung, bedeutet hat entschieden.
Wir stellen seine Aussage in Frage. Festes Gefüge in Frage stellen, bedeutet bezweifeln.
Das Projekt kommt langsam in Gang. in Gang kommen bedeutet beginnt zu laufen, Verb kommen ohne eigene Bedeutung.
Sie brachte das Thema zur Sprache. zur Sprache bringen bedeutet ansprechen, gehobener Stil.
Der Plan geriet in Vergessenheit. in Vergessenheit geraten bedeutet wurde vergessen, typisch schriftlich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Funktionsverbgefüge und einem normalen Verb?

Beim normalen Verb trägt das Verb die Bedeutung selbst. Beim Funktionsverbgefüge steckt die Bedeutung im Nomen, und das Verb gibt nur die grammatische Information. Oft kannst du das Gefüge durch ein einzelnes Verb ersetzen: eine Entscheidung treffen ist gleich entscheiden.

Warum benutzt man Funktionsverbgefüge überhaupt?

Sie machen Texte förmlicher und sachlicher und sind in Amtssprache, Recht und Wissenschaft sehr verbreitet. Manche Gefüge drücken auch feine Unterschiede aus, die ein einfaches Verb nicht hat.

Verwandte Begriffe

vollverben, nominalisierung, verb, rektion