Die Adjektivendung hängt von drei Dingen ab: vom Artikel vor dem Adjektiv, vom Genus (der, die, das) und vom Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv). Es gibt drei Deklinationstypen: die starke Deklination (ohne Artikel), die schwache Deklination (nach bestimmtem Artikel) und die gemischte Deklination (nach unbestimmtem Artikel oder Possessivartikel).
Hier bekommst du alle drei kompletten Tabellen, korrekte Beispielsätze und Eselsbrücken, mit denen du dir die Endungen merken kannst. Wenn du das System einmal verstanden hast, brauchst du die Tabellen nicht mehr auswendig.
- Die Adjektivendung hängt von drei Dingen ab: Artikel, Genus und Kasus.
- Schwach (nach der/die/das) nutzt nur -e und -en, stark (ohne Artikel) übernimmt fast die Artikelendung.
- Gemischt (nach ein/kein/mein) ist nur an drei Stellen stark: Nominativ maskulin, Nominativ neutral, Akkusativ neutral.
- Grundlogik: Genus und Kasus müssen genau einmal sichtbar sein, entweder im Artikel oder im Adjektiv.
- Vor dem Nomen bekommt das Adjektiv eine Endung, allein nach dem Verb bleibt es endungslos.
Wovon hängt die Adjektivendung ab?
Ein Adjektiv vor einem Nomen wird dekliniert. Das heißt: Es bekommt eine Endung. Welche Endung das ist, entscheiden drei Faktoren:
- Der Artikel: Steht ein bestimmter Artikel (der, die, das), ein unbestimmter Artikel (ein, eine) oder gar kein Artikel davor?
- Das Genus: Ist das Nomen maskulin (der), feminin (die) oder neutral (das)? Oder steht es im Plural?
- Der Kasus: Steht das Nomen im Nominativ, Akkusativ, Dativ oder Genitiv?
Das Grundprinzip lautet: Das Geschlecht und der Fall müssen genau einmal sichtbar sein. Wenn der Artikel die Information schon trägt, ist das Adjektiv schwach. Wenn der Artikel die Information nicht trägt, muss das Adjektiv selbst sie tragen und wird stark. Das ist die ganze Logik hinter der Adjektivdeklination.
Achtung: Ein Adjektiv nach dem Nomen wird nicht dekliniert. Der Kaffee ist heiß. Hier steht das Adjektiv allein nach dem Verb und bleibt endungslos. Nur vor dem Nomen bekommt es eine Endung: der heiße Kaffee.
Schwache Deklination: nach bestimmtem Artikel
Die schwache Deklination steht nach dem bestimmten Artikel (der, die, das) und nach Wörtern wie dieser, jener, jeder, welcher, alle. Diese Wörter zeigen Genus und Kasus schon klar an. Deshalb braucht das Adjektiv kaum Arbeit. Es gibt hier nur zwei Endungen: -e und -en.
| Kasus | maskulin | feminin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der gute Mann | die gute Frau | das gute Kind | die guten Leute |
| Akkusativ | den guten Mann | die gute Frau | das gute Kind | die guten Leute |
| Dativ | dem guten Mann | der guten Frau | dem guten Kind | den guten Leuten |
| Genitiv | des guten Mannes | der guten Frau | des guten Kindes | der guten Leute |
Beispielsätze:
- Die junge Lehrerin erklärt die Regel. (Nominativ feminin)
- Ich sehe den alten Hund. (Akkusativ maskulin)
- Wir helfen dem kranken Mann. (Dativ maskulin)
- Das ist das Auto des reichen Nachbarn. (Genitiv maskulin)
Merke: In der schwachen Deklination steht im Nominativ Singular immer -e, und im Akkusativ steht -e bei feminin und neutral. In allen anderen Feldern steht -en.
Starke Deklination: ohne Artikel
Die starke Deklination steht, wenn vor dem Adjektiv kein Artikel steht. Das passiert oft bei unzählbaren Stoffen, bei Mengen ohne Zahlwort und im Plural ohne Artikel. Jetzt muss das Adjektiv die ganze Arbeit machen und Genus plus Kasus selbst anzeigen. Deshalb übernimmt es fast die Endungen des bestimmten Artikels.
| Kasus | maskulin | feminin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | guter Wein | gute Milch | gutes Brot | gute Weine |
| Akkusativ | guten Wein | gute Milch | gutes Brot | gute Weine |
| Dativ | gutem Wein | guter Milch | gutem Brot | guten Weinen |
| Genitiv | guten Weines | guter Milch | guten Brotes | guter Weine |
Beispielsätze:
- Guter Wein ist teuer. (Nominativ maskulin)
- Ich trinke kalte Milch. (Akkusativ feminin)
- Mit frischem Brot schmeckt die Suppe besser. (Dativ neutral)
- Sie kauft rote Äpfel. (Akkusativ Plural)
Eine wichtige Ausnahme: Im Genitiv maskulin und neutral steht -en, nicht -es (guten Weines, nicht “gutes Weines”). Hier trägt schon die Nomenendung -es die Genitiv-Information.
Gemischte Deklination: nach ein, kein, mein
Die gemischte Deklination steht nach dem unbestimmten Artikel (ein, eine), nach kein und nach den Possessivartikeln (mein, dein, sein, ihr, unser, euer). Sie heißt gemischt, weil sie teils stark und teils schwach ist.
Das Problem: ein hat keine Endung im Nominativ maskulin und neutral. Es zeigt dort also nicht, ob das Nomen maskulin oder neutral ist. Genau an diesen drei Stellen springt das Adjektiv ein und nimmt die starke Endung. Überall sonst trägt schon der Artikel die Information, und das Adjektiv ist schwach mit -en.
| Kasus | maskulin | feminin | neutral | Plural (mein) |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein guter Mann | eine gute Frau | ein gutes Kind | meine guten Kinder |
| Akkusativ | einen guten Mann | eine gute Frau | ein gutes Kind | meine guten Kinder |
| Dativ | einem guten Mann | einer guten Frau | einem guten Kind | meinen guten Kindern |
| Genitiv | eines guten Mannes | einer guten Frau | eines guten Kindes | meiner guten Kinder |
Beispielsätze:
- Ein neuer Wagen steht vor der Tür. (Nominativ maskulin)
- Ich habe ein kleines Problem. (Akkusativ neutral)
- Das ist meine beste Freundin. (Nominativ feminin)
- Er spielt mit seinen alten Freunden. (Dativ Plural)
Merke: ein, eine hat keinen Plural. Deshalb läuft der Plural hier über die Possessivartikel (meine, deine), und dort ist die Endung immer -en.
Eselsbrücken und ein schneller Trick
Du musst nicht alle 48 Felder auswendig lernen. Diese Merkhilfen reichen für den Alltag:
1. Die Frage: Zeigt der Artikel den Fall?
Schau dir den Artikel an. Zeigt er Genus und Kasus klar (wie der, die, das, dem, den)? Dann ist das Adjektiv schwach (-e oder -en). Zeigt er es nicht (kein Artikel, oder das endungslose ein)? Dann muss das Adjektiv stark einspringen.
2. Die n-Regel für die schwache Deklination
In der schwachen Deklination steht fast überall -en. Nur in fünf Feldern steht -e: im Nominativ Singular (alle drei Genera) und im Akkusativ feminin und neutral. Diese fünf Felder bilden im Tabellenbild ein kleines Dach oben links. Merksatz: “Oben das e, unten das en.”
3. Die starken Endungen sind die Artikel-Endungen
Die starke Endung ist fast immer der Schluss des bestimmten Artikels: der Wein wird guter Wein, das Brot wird gutes Brot, dem Wein wird gutem Wein. Wenn du die Artikel kennst, kennst du die starken Endungen.
4. Drei Stellen für die gemischte Deklination
Bei ein und kein ist nur an drei Stellen eine starke Endung nötig: Nominativ maskulin (-er), Nominativ neutral (-es) und Akkusativ neutral (-es). Genau dort, wo ein keine eigene Endung hat. Alles andere ist -en.
Wenn dir die Deklination noch schwerfällt, übe sie systematisch im B1-Kurs oder schau in der Kursübersicht, welcher Kurs zu deinem Niveau passt.
Häufige Fehler bei Adjektivendungen
Diese Fehler machen Lernende besonders oft. Wenn du sie kennst, vermeidest du sie leichter.
| Falsch | Richtig | Grund |
|---|---|---|
| ein gutes Mann | ein guter Mann | maskulin Nominativ braucht -er |
| mit gutem Freunden | mit guten Freunden | Dativ Plural ist immer -en |
| der gute Mann (Akkusativ) | den guten Mann | Akkusativ maskulin braucht -en |
| guter Wein (Dativ) | gutem Wein | Dativ maskulin ohne Artikel ist -em |
Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Nominativ und Akkusativ bei maskulinen Nomen. Im Nominativ heißt es der gute Mann und ein guter Mann. Im Akkusativ wechselt beides zu -en: den guten Mann und einen guten Mann. Maskulin ist das einzige Genus, das im Akkusativ die Form ändert.
Diese Endungsregeln gelten auch, wenn das Adjektiv gesteigert wird. Beim Komparativ und beim Superlativ bleibt die Deklination gleich, nur der Wortstamm ändert sich: ein schöneres Haus (Komparativ, gemischt neutral), das schönste Haus (Superlativ, schwach neutral).
Häufige Fragen
Wann benutzt man -en und wann -e bei Adjektiven?
In der schwachen Deklination (nach der, die, das) steht -e im Nominativ Singular und im Akkusativ feminin und neutral. In allen anderen Fällen steht -en. Faustregel: Oben in der Tabelle das e, unten das en.
Was ist der Unterschied zwischen starker und schwacher Deklination?
Schwach steht nach bestimmtem Artikel (der gute Mann), weil der Artikel Genus und Kasus schon zeigt. Stark steht ohne Artikel (guter Wein), weil das Adjektiv dann selbst die Fallinformation tragen muss und fast die Artikelendung übernimmt.
Welche Endung hat das Adjektiv nach ein?
Nach ein gilt die gemischte Deklination. Eine starke Endung steht nur an drei Stellen: Nominativ maskulin (ein guter Mann), Nominativ neutral (ein gutes Kind) und Akkusativ neutral (ein gutes Kind). Überall sonst steht -en.
Bekommt ein Adjektiv immer eine Endung?
Nein. Nur vor einem Nomen wird das Adjektiv dekliniert: der heiße Kaffee. Steht das Adjektiv allein nach einem Verb wie sein oder werden, bleibt es endungslos: Der Kaffee ist heiß.
Ändern sich die Adjektivendungen im Plural?
Im Plural ist die Endung in fast allen Fällen -en, sobald ein Artikel oder Possessivartikel davorsteht (die guten Leute, meine guten Kinder). Ohne Artikel im Plural gelten die starken Endungen: gute Weine (Nominativ), guten Weinen (Dativ).
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