Pronomen sind kurze Wörter, die ein Nomen ersetzen oder begleiten. Statt “Anna ruft Anna’s Bruder an” sagst du “Sie ruft ihren Bruder an”. Im Deutschen gibt es mehrere Arten: Personalpronomen (ich, du, er), Possessivpronomen (mein, dein), Reflexivpronomen (mich, sich), Relativpronomen (der, die, das) und Demonstrativpronomen (dieser, jener). Jede Art hat eine eigene Aufgabe und eigene Formen.
In diesem Ratgeber bekommst du alle fünf Arten mit Tabellen, korrekten Beispielsätzen und Eselsbrücken. So weißt du am Ende genau, welches Pronomen du wann benutzt.
- Pronomen ersetzen oder begleiten ein Nomen und vermeiden Wiederholungen.
- Die fünf Hauptarten sind Personal-, Possessiv-, Reflexiv-, Relativ- und Demonstrativpronomen.
- Personalpronomen ändern sich nach Kasus: mich (Akkusativ, wen?) gegen mir (Dativ, wem?).
- Beim Relativpronomen kommt das Geschlecht aus dem Hauptsatz, der Kasus aus dem Nebensatz.
- Possessiv- und Demonstrativpronomen folgen den Endungen von “ein” beziehungsweise “der”.
Was sind Pronomen?
Das Wort “Pronomen” kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “für ein Nomen”. Ein Pronomen steht also anstelle eines Nomens oder begleitet es. Das hat zwei Vorteile: Du vermeidest Wiederholungen und deine Sätze klingen natürlicher.
- Pronomen statt Nomen: “Der Lehrer kommt. Er bringt die Tests mit.” Statt “Der Lehrer” sagst du “Er”.
- Pronomen als Begleiter: “Das ist mein Buch.” Das Pronomen “mein” begleitet das Nomen “Buch”.
Wichtig: Pronomen verändern ihre Form je nach Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv), Genus (maskulin, feminin, neutrum) und Numerus (Singular, Plural). Genau diese Formen schauen wir uns jetzt Art für Art an.
Personalpronomen: ich, du, er, sie, es
Das Personalpronomen ersetzt eine Person oder eine Sache. Es zeigt, wer etwas tut oder wen etwas betrifft. Die Form ändert sich nach dem Kasus.
| Person | Nominativ | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|---|
| 1. Sg. | ich | mich | mir |
| 2. Sg. | du | dich | dir |
| 3. Sg. m. | er | ihn | ihm |
| 3. Sg. f. | sie | sie | ihr |
| 3. Sg. n. | es | es | ihm |
| 1. Pl. | wir | uns | uns |
| 2. Pl. | ihr | euch | euch |
| 3. Pl. | sie | sie | ihnen |
| Höflich | Sie | Sie | Ihnen |
Beispiele:
- Nominativ: “Ich lerne Deutsch.”
- Akkusativ: “Mein Bruder besucht mich morgen.”
- Dativ: “Kannst du mir helfen?”
Häufiger Fehler: Viele Lernende verwechseln “mir” und “mich”. Merke: Akkusativ antwortet auf “wen?” (mich), Dativ auf “wem?” (mir). “Er sieht mich” (wen?), aber “Er hilft mir” (wem?).
Possessivpronomen: mein, dein, sein
Das Possessivpronomen zeigt Besitz oder Zugehörigkeit. Es beantwortet die Frage “Wessen?”. Der Stamm richtet sich nach dem Besitzer, die Endung nach dem Nomen, das folgt.
| Besitzer | Stamm | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | mein- | mein Auto |
| du | dein- | dein Hund |
| er / es | sein- | sein Buch |
| sie (Sg.) | ihr- | ihre Tasche |
| wir | unser- | unsere Stadt |
| ihr | euer- / eur- | euer Lehrer |
| sie (Pl.) / Sie | ihr- / Ihr- | ihre Eltern |
Die Endung folgt dem Geschlecht und Kasus des Nomens. Im Nominativ:
- maskulin: “mein Vater” (keine Endung)
- feminin: “meine Mutter”
- neutrum: “mein Kind” (keine Endung)
- Plural: “meine Freunde”
Eselsbrücke: Die Endungen sind dieselben wie beim unbestimmten Artikel “ein”. “ein Vater, eine Mutter, ein Kind” wird zu “mein Vater, meine Mutter, mein Kind”. Wenn du “ein” kannst, kannst du auch “mein”.
Reflexivpronomen: mich, dich, sich
Das Reflexivpronomen brauchst du bei reflexiven Verben. Die Handlung richtet sich auf das Subjekt zurück. Beispiel: “Ich wasche mich” bedeutet, ich wasche mich selbst.
| Person | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er / sie / es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie / Sie | sich | sich |
In der 1. und 2. Person Singular sind die Formen gleich wie beim Personalpronomen. Nur in der 3. Person und bei “Sie” gibt es die eigene Form “sich”.
- Akkusativ: “Er freut sich auf das Wochenende.”
- Dativ: “Ich putze mir die Zähne.” (Das Objekt “die Zähne” steht im Akkusativ, deshalb steht das Reflexivpronomen im Dativ.)
Häufiger Fehler: Reflexivpronomen darfst du nicht weglassen. Falsch ist “Ich erinnere an den Termin”, richtig ist “Ich erinnere mich an den Termin”. Lerne reflexive Verben immer mit “sich”: sich freuen, sich erinnern, sich beeilen.
Relativpronomen: der, die, das
Das Relativpronomen leitet einen Nebensatz ein, der ein Nomen genauer beschreibt. Es heißt meistens der, die oder das und steht direkt nach dem Nomen, auf das es sich bezieht.
| Kasus | maskulin | feminin | neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | die | das | die |
| Akkusativ | den | die | das | die |
| Dativ | dem | der | dem | denen |
| Genitiv | dessen | deren | dessen | deren |
Zwei Regeln entscheiden über die Form:
- Das Geschlecht kommt vom Nomen im Hauptsatz.
- Der Kasus kommt von der Funktion im Nebensatz.
Beispiele:
- “Der Mann, der dort steht, ist mein Lehrer.” (maskulin, Nominativ im Nebensatz)
- “Das Buch, das ich lese, ist spannend.” (neutrum, Akkusativ im Nebensatz)
- “Die Frau, der ich helfe, wohnt nebenan.” (feminin, Dativ im Nebensatz, weil “helfen” den Dativ verlangt)
Im Relativsatz steht das Verb am Ende. Achte darauf, vor dem Relativpronomen immer ein Komma zu setzen. Wenn du Relativsätze sicher bilden willst, lohnt sich der B1-Kurs, weil dort komplexe Satzstrukturen Schritt für Schritt geübt werden.
Demonstrativpronomen: dieser, jener
Das Demonstrativpronomen zeigt auf etwas Bestimmtes. Es betont, welche Person oder Sache gemeint ist. Die häufigsten sind “dieser” (näher) und “jener” (weiter weg). Auch “der, die, das” können betont als Demonstrativpronomen stehen.
| Kasus | maskulin | feminin | neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | dieser | diese | dieses | diese |
| Akkusativ | diesen | diese | dieses | diese |
| Dativ | diesem | dieser | diesem | diesen |
| Genitiv | dieses | dieser | dieses | dieser |
Beispiele:
- “Dieser Stuhl ist bequem, jener ist hart.”
- “Ich nehme diese Jacke, nicht die andere.”
- “Mit diesem Zug fahre ich jeden Tag.”
Die Endungen von “dieser” sind dieselben wie beim bestimmten Artikel “der, die, das”. “der” wird zu “dieser”, “dem” wird zu “diesem”. Im Alltag benutzt du “jener” eher selten. Häufiger sagt man “dieser hier” und “der da”.
Pronomen-Arten im direkten Vergleich
Hier siehst du alle fünf Arten auf einen Blick mit ihrer Aufgabe und einem Beispiel.
| Art | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Personalpronomen | ersetzt Person oder Sache | Sie kommt morgen. |
| Possessivpronomen | zeigt Besitz | Das ist mein Auto. |
| Reflexivpronomen | Handlung geht aufs Subjekt zurück | Er wäscht sich. |
| Relativpronomen | leitet Nebensatz ein | Der Mann, der lacht. |
| Demonstrativpronomen | zeigt auf Bestimmtes | Diese Tasche gefällt mir. |
Es gibt noch weitere Arten, zum Beispiel Indefinitpronomen (man, jemand, etwas), Interrogativpronomen (wer, was) und Relativpronomen mit “welcher”. Für den Alltag und die Prüfungen A2 bis B2 sind aber die fünf Arten oben am wichtigsten. Wenn du systematisch üben willst, findest du in der Kursübersicht passende Kurse für jedes Niveau.
Häufige Fragen
Wie viele Arten von Pronomen gibt es im Deutschen?
Im Deutschen gibt es mehrere Arten. Die fünf wichtigsten sind Personalpronomen (ich, du, er), Possessivpronomen (mein, dein), Reflexivpronomen (mich, sich), Relativpronomen (der, die, das) und Demonstrativpronomen (dieser, jener). Dazu kommen noch Indefinit- und Interrogativpronomen wie man, jemand, wer und was.
Was ist der Unterschied zwischen mir und mich?
“Mich” ist Akkusativ und antwortet auf die Frage “wen?”. “Mir” ist Dativ und antwortet auf “wem?”. Beispiel: “Er sieht mich” (wen?) und “Er hilft mir” (wem?). Viele Verben verlangen einen festen Kasus, deshalb lernst du sie am besten mit Beispielsatz.
Wie bestimme ich das richtige Relativpronomen?
Das Geschlecht des Relativpronomens kommt vom Nomen im Hauptsatz. Der Kasus kommt von der Funktion im Nebensatz. Beispiel: “Die Frau, der ich helfe” ist feminin (von “Frau”) und Dativ (weil “helfen” den Dativ verlangt).
Sind Possessivpronomen und Possessivartikel dasselbe?
Grammatisch werden sie oft getrennt. Wenn das Wort ein Nomen begleitet (mein Buch), spricht man oft von Possessivartikel. Steht es allein (Das ist meins), ist es ein Possessivpronomen. Für Lernende reicht es, sich die Formen und Endungen zu merken, die in beiden Fällen ähnlich sind.
Warum darf ich das Reflexivpronomen nicht weglassen?
Reflexive Verben brauchen das Reflexivpronomen, sonst ist der Satz falsch oder bedeutet etwas anderes. “Ich erinnere mich” ist richtig, “Ich erinnere” ist unvollständig. Lerne reflexive Verben deshalb immer mit “sich”, zum Beispiel sich freuen, sich beeilen, sich erinnern.
Weitere Ratgeber