Konjunktionen im Deutschen: Übersicht mit Beispielen

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Konjunktionen sind Wörter, die Wörter, Satzteile oder ganze Sätze verbinden. Im Deutschen gibt es zwei Hauptgruppen: nebenordnende Konjunktionen (zum Beispiel und, aber, oder, denn) und unterordnende Konjunktionen (zum Beispiel weil, dass, wenn, obwohl). Der wichtigste Unterschied liegt in der Satzstellung: Nach nebenordnenden Konjunktionen steht das Verb normal an Position zwei. Nach unterordnenden Konjunktionen rutscht das konjugierte Verb ans Ende des Satzes.

In diesem Ratgeber bekommst du eine klare Übersicht, viele korrekte Beispielsätze, Tabellen zur Satzstellung und eine Liste der häufigsten Konnektoren. So weißt du am Ende genau, wann das Verb wohin gehört.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt zwei Hauptgruppen: nebenordnende (und, aber, oder, denn, sondern) und unterordnende Konjunktionen (weil, dass, wenn, obwohl).
  • Nach nebenordnenden Konjunktionen bleibt das Verb an Position zwei. Eselsbrücke: ADUSO.
  • Nach unterordnenden Konjunktionen geht das konjugierte Verb ans Satzende.
  • Vor jedem Nebensatz steht ein Komma.
  • deshalb und trotzdem sind Adverbien, keine echten Konjunktionen: Nach ihnen bleibt das Verb an Position zwei.

Was sind Konjunktionen?

Konjunktionen sind Bindewörter. Sie zeigen, wie zwei Informationen zusammenhängen. Sie verbinden zum Beispiel zwei Hauptsätze, einen Hauptsatz mit einem Nebensatz oder einfach zwei Wörter.

  • Zwei Wörter: Ich trinke Kaffee und Tee.
  • Zwei Hauptsätze: Ich lerne Deutsch, denn ich wohne in Berlin.
  • Hauptsatz und Nebensatz: Ich lerne Deutsch, weil ich in Berlin wohne.

Konjunktionen verändern ihre Form nie. Sie werden nicht konjugiert und nicht dekliniert. Schwierig ist also nicht das Wort selbst, sondern die Frage: Wohin kommt das Verb? Genau das hängt von der Art der Konjunktion ab.

Nebenordnende Konjunktionen (das Verb bleibt an Position 2)

Nebenordnende Konjunktionen verbinden zwei gleichwertige Teile, meist zwei Hauptsätze. Das Verb steht im zweiten Satz ganz normal an Position zwei. Die Konjunktion selbst zählt dabei nicht als Position.

Die wichtigsten sind und, aber, oder, denn, sondern. Eine bekannte Eselsbrücke ist das Wort ADUSO: aber, denn, und, sondern, oder. Diese fünf zwingen das Verb nicht ans Ende.

Beispiele

  • Ich koche, und du deckst den Tisch.
  • Sie wollte kommen, aber sie hatte keine Zeit.
  • Wir bleiben zu Hause, oder wir gehen ins Kino.
  • Er bleibt im Bett, denn er ist krank.
  • Das ist kein Tee, sondern Kaffee.

Wichtig: sondern benutzt du nur nach einer Verneinung (nicht, kein). Es korrigiert eine falsche Aussage. denn gibt einen Grund an, ändert aber die Satzstellung nicht.

Unterordnende Konjunktionen (das Verb geht ans Ende)

Unterordnende Konjunktionen (auch Subjunktionen genannt) leiten einen Nebensatz ein. Im Nebensatz steht das konjugierte Verb am Ende. Das ist die wichtigste Regel für alle Deutschlernenden.

Häufige unterordnende Konjunktionen sind weil, dass, wenn, als, obwohl, damit, ob, während, bevor, nachdem, da, sobald, falls.

Vergleich der Satzstellung

Art Beispiel Position des Verbs
nebenordnend Ich bleibe zu Hause, denn ich bin müde. Position 2 (bin)
unterordnend Ich bleibe zu Hause, weil ich müde bin. am Ende (bin)

Beide Sätze bedeuten fast das Gleiche. Nur die Wortstellung ist anders. Bei denn bleibt das Verb vorne, bei weil geht es nach hinten.

Weitere Beispiele

  • Ich weiß, dass du Recht hast.
  • Wenn es morgen regnet, bleiben wir zu Hause.
  • Sie geht arbeiten, obwohl sie krank ist.
  • Ich lerne viel, damit ich die Prüfung bestehe.

Satzstellung im Detail: Komma und Verbposition

Bei Nebensätzen gibt es zwei feste Regeln. Erstens steht immer ein Komma zwischen Hauptsatz und Nebensatz. Zweitens kann der Nebensatz auch vorne stehen. Dann tauschen Subjekt und Verb im Hauptsatz die Plätze.

Reihenfolge Beispiel
Hauptsatz zuerst Ich rufe dich an, wenn ich ankomme.
Nebensatz zuerst Wenn ich ankomme, rufe ich dich an.

Achte auf den zweiten Satz: Nach dem Komma kommt sofort das Verb des Hauptsatzes (rufe), dann das Subjekt (ich). Das nennt man Verb-an-Position-2-Regel über den ganzen Satz hinweg. Der komplette Nebensatz zählt als Position eins.

Bei Verben mit zwei Teilen geht das konjugierte Verb ganz nach hinten, hinter den anderen Verbteil: Ich glaube, dass er morgen kommen wird. Hier steht erst das Vollverb (kommen) und dann das konjugierte Verb (wird) ganz am Ende.

Konnektoren-Liste: die wichtigsten Konjunktionen nach Bedeutung

Konnektoren ist der Oberbegriff für alle Wörter, die Sätze verbinden. Dazu gehören Konjunktionen, aber auch Verbindungsadverbien wie deshalb oder trotzdem. Diese Tabelle ordnet die wichtigsten nach ihrer Bedeutung.

Bedeutung Konnektor Beispielsatz
Grund weil, da, denn Ich bleibe, weil ich müde bin.
Folge deshalb, deswegen Ich bin müde, deshalb bleibe ich.
Gegensatz aber, obwohl, trotzdem Es regnet, aber wir gehen raus.
Zeit wenn, als, bevor, nachdem Bevor ich schlafe, lese ich.
Ziel damit, um zu Ich übe, damit ich besser werde.
Bedingung wenn, falls Falls du Zeit hast, ruf an.

Vorsicht bei deshalb, deswegen, trotzdem: Das sind Adverbien, keine echten Konjunktionen. Nach ihnen steht das Verb an Position zwei, und das Adverb steht meist am Satzanfang: Es regnet. Trotzdem gehen wir spazieren.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Diese Fehler machen Deutschlernende besonders oft. Wenn du sie kennst, vermeidest du sie leichter.

  • weil mit falscher Wortstellung: Falsch ist Ich bleibe, weil ich bin müde. Richtig ist Ich bleibe, weil ich müde bin. Nach weil geht das Verb ans Ende.
  • denn und weil verwechseln: Beide bedeuten einen Grund, aber die Stellung ist anders. denn ist nebenordnend (Verb an Position 2), weil ist unterordnend (Verb am Ende).
  • dass und das verwechseln: dass mit Doppel-s ist die Konjunktion (Ich hoffe, dass du kommst). das mit einem s ist Artikel oder Relativpronomen (das Buch, das ich lese).
  • Komma vergessen: Vor jedem Nebensatz steht ein Komma. Ich weiß, dass es stimmt.
  • als und wenn verwechseln: als für ein einmaliges Ereignis in der Vergangenheit (Als ich klein war), wenn für Wiederholung oder Zukunft (Immer wenn es regnet).

Wenn du die Satzstellung sicher beherrschen willst, hilft strukturiertes Üben. In unserem B1-Kurs trainierst du Nebensätze Schritt für Schritt. Eine Übersicht über alle Stufen findest du in der Kursübersicht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen nebenordnenden und unterordnenden Konjunktionen?

Nebenordnende Konjunktionen (und, aber, oder, denn, sondern) verbinden gleichwertige Sätze, und das Verb bleibt an Position zwei. Unterordnende Konjunktionen (weil, dass, wenn, obwohl) leiten einen Nebensatz ein, und das konjugierte Verb steht am Ende des Satzes.

Steht nach weil das Verb am Ende?

Ja. weil ist eine unterordnende Konjunktion. Das konjugierte Verb geht ans Satzende: Ich bleibe zu Hause, weil ich müde bin. Verwechsle das nicht mit denn, wo das Verb an Position zwei bleibt: Ich bleibe zu Hause, denn ich bin müde.

Wann schreibt man dass und wann das?

dass mit Doppel-s ist die Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein: Ich glaube, dass es stimmt. das mit einem s ist ein Artikel oder Relativpronomen: das Buch, das du liest. Ersatzprobe: Wenn du dieses, jenes oder welches einsetzen kannst, schreibst du das.

Setzt man vor Konjunktionen immer ein Komma?

Nein. Vor unterordnenden Konjunktionen (weil, dass, wenn, obwohl) steht immer ein Komma, weil sie einen Nebensatz einleiten. Vor und sowie oder steht meist kein Komma. Vor aber, sondern und denn steht in der Regel ein Komma.

Sind deshalb und trotzdem Konjunktionen?

Nein, das sind Verbindungsadverbien (Konjunktionaladverbien). Sie verbinden zwar Sätze, beeinflussen die Satzstellung aber wie ein normales Satzglied: Nach ihnen steht das Verb an Position zwei. Beispiel: Es regnet. Trotzdem gehen wir spazieren.


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    ÜBER DIE VERFASSERIN

    Clara Munteanu

    Deutsch1

    Clara Munteanu widmet sich seit über einem Jahrzehnt mit Leidenschaft dem Deutschunterricht für Nicht-Muttersprachler. Geprägt von ihrer eigenen Einwanderungserfahrung und einem Studium der Sprachwissenschaften in Bonn, entwickelte sie effektive Lernmethoden, die Theorie und Praxis verbinden.

    Mit ihrer Plattform Deutsch1, ihren Kursen und Büchern hat sie Tausenden Menschen weltweit geholfen, sicher und mit Freude Deutsch zu lernen. Ihre Vision: Sprachbarrieren abbauen und Menschen durch Sprache neue Chancen eröffnen.