Verhältniswort: Das Verhältniswort ist ein deutscher Name für die Präposition. Es zeigt ein Verhältnis, zum Beispiel einen Ort, eine Zeit oder einen Grund: “neben dem Bett“, “nach der Arbeit“, “wegen des Wetters“. Verhältniswörter verändern ihre Form nicht, aber sie bestimmen den Fall des Nomens, das zu ihnen gehört.
Niveau: A1
Warum heißt es Verhältniswort?
Der Name sagt, was das Wort tut: Es zeigt ein Verhältnis, also eine Beziehung zwischen zwei Dingen. Vergleiche diese drei Sätze:
- Die Katze sitzt auf dem Stuhl.
- Die Katze sitzt unter dem Stuhl.
- Die Katze sitzt neben dem Stuhl.
Nur ein Wort ändert sich, und mit ihm das Verhältnis zwischen Katze und Stuhl. Im Deutschkurs hörst du für diese Wortart meist den Fachbegriff Präposition, den Namen Verhältniswort eher in der Schule und in älteren Grammatiken. Ein weiterer deutscher Name ist Vorwort, weil das Wort meist vor dem Nomen steht. Welchen Fall die einzelnen Verhältniswörter verlangen, zeigt die Tabelle im Eintrag Vorwort. In manchen Grammatiken gehören die Verhältniswörter zusammen mit den Konjunktionen zu den Fügewörtern.
Vier Bedeutungsgruppen
Nach ihrer Bedeutung teilst du die Verhältniswörter in vier große Gruppen. Jede Gruppe antwortet auf eigene Fragen:
| Gruppe | Frage | Verhältniswörter | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Ort | wo? wohin? woher? | in, an, auf, unter, neben, aus | in Hamburg, auf dem Tisch |
| Zeit | wann? seit wann? bis wann? | um, an, in, seit, vor, nach, bis | um neun Uhr, seit Montag |
| Grund | warum? | wegen, aufgrund, dank | wegen des Regens, dank deiner Hilfe |
| Art und Weise | wie? womit? | mit, ohne | mit dem Fahrrad, ohne Zucker |
Viele Verhältniswörter gehören zu mehreren Gruppen. Ein Beispiel ist vor: vor dem Haus nennt einen Ort, vor dem Essen eine Zeit. Mehr zu jeder Gruppe findest du unter Lokale Präpositionen, Temporale Präpositionen, Kausale Präpositionen und Modale Präpositionen.
Verschmelzung mit dem Artikel
Einige Verhältniswörter verschmelzen mit dem bestimmten Artikel zu einem kurzen Wort. Diese Kurzformen sind sehr häufig:
- an + dem = am, an + das = ans
- in + dem = im, in + das = ins
- zu + dem = zum, zu + der = zur
- bei + dem = beim, von + dem = vom
Das geht nur mit dem bestimmten Artikel. Mit ein oder eine verschmilzt nichts: in einem Haus. In festen Wendungen gibt es nur die kurze Form: am Montag, im Juli, zum Glück. Die lange Form benutzt du, wenn du den Artikel betonst und ein bestimmtes Ding meinst: In dem Kino dort drüben war ich noch nie. Mehr dazu unter Verschmelzung Präposition und Artikel.
Beispiele
| Beispiel | Erklärung |
|---|---|
| Der Kalender hängt an der Wand. | an nennt einen Ort (Frage wo?), deshalb steht der Dativ. |
| Ich hänge den Kalender an die Wand. | Wieder an, aber mit Richtung (Frage wohin?), deshalb steht der Akkusativ. |
| Am Wochenende besuche ich meine Eltern. | am ist die kurze Form von an dem und nennt eine Zeit. |
| Wegen der Hitze bleiben wir drinnen. | wegen nennt einen Grund und verlangt den Genitiv. |
| Meiner Meinung nach ist der Film zu lang. | Hier steht nach hinter dem Nomen. |
Häufige Fragen
Ist Verhältniswort das Gleiche wie Präposition?
Ja. Verhältniswort und Präposition meinen dieselbe Wortart. Präposition ist der Fachbegriff, Verhältniswort und Vorwort sind deutsche Namen dafür.
Wann sagt man im und wann in dem?
Meist sagst du im: Ich bin im Büro. Die lange Form in dem benutzt du nur, wenn du den Artikel betonst und ein bestimmtes Ding meinst: In dem Haus dort wohnt mein Lehrer.
Was ist der Unterschied zwischen wegen und weil?
Beide nennen einen Grund. wegen ist ein Verhältniswort und steht vor einem Nomen: wegen des Regens. weil ist eine Konjunktion. Danach folgt ein Nebensatz mit dem Verb am Ende: weil es regnet.
Diesen Begriff lernst du im Deutschkurs A1 von Deutsch1, mit Erklärvideos, Übungen und Feedback.
Verwandte Begriffe
Vorwort, Präpositionen mit Akkusativ, Präpositionen mit Dativ, Präpositionen mit Genitiv, Verschmelzung Präposition und Artikel, Wortarten
Ausführlicher Ratgeber: Präpositionen im Deutschen: Übersicht mit Fall und Listen Wechselpräpositionen: Akkusativ oder Dativ? Einfach erklärt