Verben mit Präpositionen: Liste, feste Verbindungen und Präpositionaladverbien

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Viele deutsche Verben brauchen eine feste Präposition, und diese Präposition bestimmt den Fall des folgenden Wortes. Beispiel: “warten auf” verlangt immer “auf” und danach den Akkusativ (“Ich warte auf den Bus”). Du kannst die richtige Präposition nicht logisch ableiten, du musst die Kombination aus Verb, Präposition und Fall zusammen lernen.

In diesem Ratgeber bekommst du eine sortierte Liste der wichtigsten Verben mit Präpositionen, eine klare Regel für den Fall und die Erklärung der Fragen “worauf” und “darauf”. Damit fragst und antwortest du sauber, ohne dir jeden Satz neu zusammenzubasteln.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verb, Präposition und Fall gehören zusammen und werden immer als Einheit gelernt.
  • Schreib bei jedem Verb “+ Akk.” oder “+ Dat.” dazu, dann vergisst du den Fall nicht.
  • Bei Sachen fragst du mit wo(r) + Präposition (worauf) und verweist mit da(r) + Präposition (darauf).
  • Das “r” steht nur, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt: worauf, woran, aber womit, wovon.
  • Bei Personen benutzt du Präposition plus wen/wem, nicht worauf oder darauf.

Was sind Verben mit Präpositionen?

Ein Verb mit Präposition ist ein Verb, das eine bestimmte Präposition fest bei sich hat. Diese Verbindung nennt man auch Rektion des Verbs. Das heißt: Das Verb bestimmt, welche Präposition kommt und in welchem Fall das nächste Wort steht.

Wichtig: Die Präposition hat hier oft keine räumliche Bedeutung mehr. Bei “warten auf” geht es nicht um eine Richtung nach oben. “Auf” gehört einfach zum Verb dazu.

  • sich freuen auf + Akkusativ: Ich freue mich auf das Wochenende.
  • denken an + Akkusativ: Sie denkt an ihre Familie.
  • sprechen mit + Dativ: Er spricht mit dem Lehrer.
  • Angst haben vor + Dativ: Wir haben Angst vor der Prüfung.

Merke: Verb plus Präposition gehören zusammen wie ein Paar. Du lernst sie immer als Einheit, nie getrennt.

Welcher Fall kommt nach der Präposition?

Der Fall hängt von der Präposition ab. Einige Präpositionen verlangen immer den Akkusativ, einige immer den Dativ. Bei den Wechselpräpositionen (an, auf, in, über) musst du genauer hinschauen, denn sie können beide Fälle haben. Bei festen Verbverbindungen ist der Fall aber pro Verb festgelegt, du lernst ihn mit.

Präposition Fall Beispielverb Beispielsatz
für Akkusativ sich interessieren für Ich interessiere mich für die Musik.
auf Akkusativ warten auf Wir warten auf den Zug.
über Akkusativ sich ärgern über Er ärgert sich über den Fehler.
an Akkusativ denken an Sie denkt an den Urlaub.
mit Dativ aufhören mit Ich höre mit dem Rauchen auf.
von Dativ träumen von Du träumst von einem Haus.
vor Dativ Angst haben vor Das Kind hat Angst vor dem Hund.
bei Dativ helfen bei Er hilft mir bei der Arbeit.

Faustregel: Lern die Präposition immer zusammen mit dem Fall. Schreib bei jedem neuen Verb “+ Akk.” oder “+ Dat.” dazu. So vergisst du den Fall nicht.

Liste: Die wichtigsten Verben mit Präpositionen

Diese Liste deckt die häufigsten Verben für die Niveaus A2 bis C1 ab. Lern sie in kleinen Gruppen, nicht alle auf einmal.

Verb + Präposition Fall Beispiel
sich freuen auf Akk. Ich freue mich auf die Ferien.
sich freuen über Akk. Sie freut sich über das Geschenk.
warten auf Akk. Wir warten auf den Bus.
denken an Akk. Ich denke oft an dich.
sich erinnern an Akk. Er erinnert sich an den Tag.
sich interessieren für Akk. Sie interessiert sich für Politik.
sich kümmern um Akk. Ich kümmere mich um die Kinder.
bitten um Akk. Er bittet um Hilfe.
sich ärgern über Akk. Wir ärgern uns über das Wetter.
nachdenken über Akk. Sie denkt über die Frage nach.
sich konzentrieren auf Akk. Ich konzentriere mich auf den Test.
achten auf Akk. Achte auf den Verkehr.
sich gewöhnen an Akk. Er gewöhnt sich an das Klima.
sprechen mit Dat. Ich spreche mit dem Chef.
sprechen über Akk. Wir sprechen über das Projekt.
träumen von Dat. Sie träumt von einer Reise.
aufhören mit Dat. Hör mit dem Lärm auf.
anfangen mit Dat. Wir fangen mit der Übung an.
sich treffen mit Dat. Ich treffe mich mit Anna.
helfen bei Dat. Er hilft mir bei der Aufgabe.
teilnehmen an Dat. Sie nimmt an dem Kurs teil.
Angst haben vor Dat. Ich habe Angst vor der Dunkelheit.
sich fürchten vor Dat. Das Kind fürchtet sich vor dem Gewitter.
gehören zu Dat. Das gehört zu meinem Plan.
bestehen aus Dat. Das Team besteht aus fünf Personen.

Tipp: Markiere die Verben mit “sich”. Diese reflexiven Verben brauchen ein Reflexivpronomen (mich, dich, sich), das du nicht vergessen darfst.

Präpositionaladverbien: worauf, darauf, wovon, davon

Wenn du eine Frage zu einem Verb mit Präposition stellst oder dich darauf beziehst, brauchst du oft kein normales Fragewort. Bei Sachen benutzt du Präpositionaladverbien. Die Regel ist einfach:

  • Frage nach einer Sache: wo(r) + Präposition. Beispiel: Worauf wartest du? (auf den Bus)
  • Verweis auf eine Sache: da(r) + Präposition. Beispiel: Ich warte darauf.

Das “r” kommt nur dazu, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt (auf, an, über, in). Beginnt die Präposition mit einem Konsonanten (mit, von, für), fällt das “r” weg.

Verb + Präposition Frage (Sache) Verweis (Sache)
warten auf Worauf wartest du? Ich warte darauf.
denken an Woran denkst du? Ich denke daran.
sich ärgern über Worüber ärgerst du dich? Ich ärgere mich darüber.
träumen von Wovon träumst du? Ich träume davon.
sprechen mit Womit machst du das? (Sache) Ich mache es damit.
sich interessieren für Wofür interessierst du dich? Ich interessiere mich dafür.

Achtung bei Personen: Geht es um einen Menschen, benutzt du kein Präpositionaladverb, sondern Präposition plus Fragewort oder Pronomen. Beispiel: Auf wen wartest du? (auf meinen Freund) und nicht “worauf”. Antwort: Ich warte auf ihn.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Diese Fehler tauchen bei Deutschlernenden besonders oft auf. Wenn du sie kennst, vermeidest du sie leichter.

Falsch Richtig Grund
Ich warte für den Bus. Ich warte auf den Bus. “warten” verlangt “auf”, nicht “für”.
Ich denke über dich. Ich denke an dich. “denken an” für Personen, “nachdenken über” für Themen.
Ich freue mich für das Fest. Ich freue mich auf das Fest. Vorfreude: “auf” + Akkusativ.
Worauf wartest du? Auf meine Mutter. Auf wen wartest du? Auf meine Mutter. Bei Personen: Präposition + wen/wem.
Er interessiert sich an Sport. Er interessiert sich für Sport. “sich interessieren” verlangt “für”.

Eselsbrücke für die häufige Verwechslung “denken”: Du denkst an eine Person oder ein Ding (kurz, direkt). Du denkst über ein Thema nach (lange, gründlich). Wenn du nachdenkst, steht “über” plus Akkusativ.

So lernst du Verben mit Präpositionen effektiv

Stures Auswendiglernen einer langen Liste bringt wenig. Diese Methoden funktionieren besser.

  1. Lern in Sätzen, nicht in Wörtern. Sag nicht nur “warten auf”, sondern “Ich warte auf den Bus.” Der ganze Satz speichert Präposition und Fall mit ab.
  2. Bilde Gruppen nach Präposition. Sammle alle Verben mit “auf”, dann alle mit “über”. So siehst du Muster.
  3. Schreib den Fall immer dazu. Notiere “+ Akk.” oder “+ Dat.” hinter jedem Verb.
  4. Übe die Fragen aktiv. Stell dir selbst “Worauf freust du dich?” und antworte. So sitzen die Präpositionaladverbien.
  5. Nutze sie im echten Gespräch. In einem Kurs benutzt du diese Verben ständig und bekommst sofort Korrektur.

Wenn du das systematisch trainieren willst, passt der B1-Kurs gut, weil dort genau diese festen Verbindungen geübt werden. Einen Überblick über alle Niveaus findest du in der Kursübersicht.

Häufige Fragen

Was bedeutet Verben mit Präpositionen?

Das sind Verben, die eine feste Präposition bei sich haben. Diese Präposition gehört zum Verb und bestimmt den Fall des folgenden Wortes. Beispiel: “warten auf” plus Akkusativ, also “Ich warte auf den Bus.” Du lernst Verb, Präposition und Fall immer zusammen.

Wie weiß ich, ob nach der Präposition Akkusativ oder Dativ kommt?

Der Fall hängt von der Präposition und dem Verb ab. “für”, “um” und “gegen” verlangen Akkusativ. “mit”, “von”, “bei” und “zu” verlangen Dativ. Bei “auf”, “an” und “über” musst du den Fall pro Verb mitlernen. Schreib darum bei jedem Verb “+ Akk.” oder “+ Dat.” dazu.

Wann benutze ich worauf, darauf, wovon oder davon?

Diese Präpositionaladverbien benutzt du nur bei Sachen. “wo(r) + Präposition” stellt eine Frage (Worauf wartest du?), “da(r) + Präposition” verweist auf etwas (Ich warte darauf). Das “r” steht nur, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt, zum Beispiel bei “auf” und “an”.

Wie frage ich nach einer Person bei Verben mit Präpositionen?

Bei Personen benutzt du kein Präpositionaladverb, sondern die Präposition plus Fragewort. Beispiel: “Auf wen wartest du?” und nicht “Worauf”. Die Antwort kommt mit Pronomen: “Ich warte auf ihn.” Worauf und darauf gelten nur für Sachen.

Was ist der Unterschied zwischen denken an und nachdenken über?

“denken an” plus Akkusativ benutzt du für eine Person oder ein Ding, an das du kurz denkst: “Ich denke an dich.” “nachdenken über” plus Akkusativ benutzt du für ein Thema, über das du gründlich nachdenkst: “Ich denke über die Frage nach.”


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    Clara Munteanu

    Deutsch1

    Clara Munteanu widmet sich seit über einem Jahrzehnt mit Leidenschaft dem Deutschunterricht für Nicht-Muttersprachler. Geprägt von ihrer eigenen Einwanderungserfahrung und einem Studium der Sprachwissenschaften in Bonn, entwickelte sie effektive Lernmethoden, die Theorie und Praxis verbinden.

    Mit ihrer Plattform Deutsch1, ihren Kursen und Büchern hat sie Tausenden Menschen weltweit geholfen, sicher und mit Freude Deutsch zu lernen. Ihre Vision: Sprachbarrieren abbauen und Menschen durch Sprache neue Chancen eröffnen.